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«Neuaufnahme von Fördermitglieder»

01.12.2019 News Keine Kommentare

Der Motorsport-Förderverein Swiss-rookies hat sich zum Ziel gesetzt, jedes Jahr einen bis drei neue jugendliche Kartrennfahrer ins Trainings- und Förderprogramm aufzunehmen und damit auf den Automobilrennsport vorzubereiten. Dazu müssen die Bewerber im Alter zwischen 14 und 17 Jahre erst ihre Fähigkeiten unter den Augen des Auswahlkomitees, bei dem auch Endurance-Rennfahrer und 24h Interkontinentalmeister Yannick Mettler dabei ist, unter Beweis stellen.

Zwei neue Förderkandidaten haben den Aufnahmetest bestanden:

Leandro Anderrüti (Kt. Schwyz) und Levin Lovrenovic (Kt. Schaffhausen) haben mit guten Leistungen ihr Talent aufgezeigt und im November 2019 die Aufnahme zu den Swiss-rookies geschafft.

Neue Fördermitglieder aufgenommen
Leandro Anderrüti, Yannick Mettler und Levin Lovrenovic

Dieser Leistungstest gilt aber nicht nur als Einstiegshürde, er ist auch eine Standortbestimmung für die folgenden Monate des Trainings. Die Bewerber durchlaufen am ersten von zwei Halbtagen einen Sporttest, welcher aus verschiedenen Kraft- und Ausdauerbereichen zusammengestellt ist. Am zweiten Tag müssen sie sich einem Stresstest unterziehen, bei dem sie nebst einer Kurzpräsentation vor der Kamera, sich konzentriert einer Intelligenzprüfung hingeben und schliesslich ihre fahrerischen Qualitäten auf den professionellen Rennsimulatoren des RacingFuel Academy in Horgen aufzeigen müssen. Damit es ein wirklicher Challenge ist, werden sie erst am Qualifikationstag über Rennstrecke und Fahrzeug informiert, welches sie auf dem Simulator durch die schwierigen Kurven bewegen müssen. Zur Vorbereitung gehörten die Streckenanalyse, Onboard-Video, Notizen zu Brems- und Einlenkpunkten. Zudem erhielten sie Informationen und Empfehlungen, wie sie in das erste Training gehen sollten. Im ersten Training von 20 min. konnten sie sich ans Auto und Strecke gewöhnen. Es wurden Beobachtungen zum allgemeinen Verhalten, zu den Fahrtechniken und auch Rundenzeiten in die Bewertung aufgenommen. Damit die Youngdriver einen wirklich guten Trainingseffekt erzielen, durften sie sich nur wenige Dreher oder Abflüge erlauben. Damit war die Messlatte hoch angesetzt. Nach einem weiteren Training von 15 min., einem Qualifikationstraining von 10 min. galt es die zwischen den Trainings besprochenen Fahrfehler zu verbessern und sich in den Rundenzeiten stetig zu steigern. Nach dem zweiten Training wurden zusätzlich die Fahrdaten der beiden Youngdriver mittels der Analysesoftware mit der Referenzzeit von Yannick Mettler verglichen. So erkannten sie Unterschiede in der Fahrweise, Brems- und Lenktechnik. Weil alle Trainings stets kurz gehalten wurden, galt es konzentriert das umzusetzen, was sie selber feststellten und ihnen mitgegeben wurde. Dass dies keine einfache Aufgabe war, zeigte sich auch in den Emotionen der beiden Junioren. Schliesslich stand noch ein Rennen gegen Yannick auf dem Plan, welches sie mit einer richtigen Starphase und 10 Rennrunden absolvieren mussten. Weniger bedeutend war der Sieg, eine viel höhere Bedeutung hatte die Herangehensweise, das Verhalten im Rennen, die Risikobereitschaft und vor allem das taktische Geschick im Renngeschehen. Alle diese Aufgaben haben sie für den Anfang den Erwartungen entsprechend erfüllt und in einem Bereich sogar übertroffen.

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Das Auswahlkomitee lokalisierte an diesen zwei Testtagen trotzdem noch ein paar Schwachstellen, welche durch die folgenden Trainings ausgemerzt werden müssen. Wenn die beiden Jungs auch an diesem Aufnahmetest über Brems- und Fahrtechniken einige neue Erkenntnisse sammeln konnten, so gibt es noch zahlreiche potentielle Ausbildungsbereiche, an denen sie noch wachsen können.

So gibt es z.B. auch noch Rückstände in sportlicher Hinsicht und Aufholpotential in persönlicher Reife. In der Ausbildung zum Rennfahrer müssen zahlreiche kritische «Kurven» gemeistert und hohe Leistungen erbracht werden. Ehrgeiz und Durchhaltevermögen werden dabei bedeutende Faktoren sein. Nur wenn sie dies alles in vernünftiger Zeit packen, haben sie eine reelle Chance im harten Motorsport bestehen zu können.

Sie werden nun im Verlaufe der Wintermonate erste Trainings durchlaufen, welche sie befähigen werden, einen Rennwagen auf der Rennstrecke mit bereits fortgeschrittenen Fahrtechniken und Rundenzeiten zu bewegen. Das Auswahlkomitee und alle Vereinsmitglieder wünschen den beiden neu erkorenen Swiss-rookies dabei und auch für die Zukunft viel Erfolg.